Juli 2017: Marco Jelinek

Marco Jelinek ist ein wahrer Marketing- und Kommunikationsspezialist. In den vergangenen 17 Jahren war er in der Sportmarketing- und Automobilbranche zu Hause. So durfte er von 1999 bis 2005 als Leiter Marketing Service & Key Account Manager Sponsoring bei der Sauber Motorsport AG Schweiz fungieren. Anschliessend zog es Marco Jelinek als Leiter Marketing/Kommunikation zu Mercedes-Benz Schweiz AG. Nach acht Jahren bei Mercedes übernahm er von 2013 bis 2016 eine ähnliche Funktion bei der Amag.

Auch aufgrund seiner grossen Leidenschaft für das Eishockey (u. a. seit 1997 Eishockeytrainer in verschiedenen Stufen) verstärkte sich der Wunsch, seine Passion für den Sport mit dem Beruf zu verbinden. Im letzten Jahr bildete er sich deshalb zum zertifizierten Sportmanager an der Universität St. Gallen weiter und vertiefte so sein Fachwissen im Sportmanagement-Bereich.

Seit Juni 2017 ist er nun Leiter Marketing & Kommunikation bei den SC Rapperswil-Jona Lakers (zweihöchste Schweizer Eishockeyliga) und darf somit sein Fachwissen mit der Leidenschaft für den Eishockey-Sport verbinden.

Frage 1: Herr Jelinek, Sie waren über zehn Jahre in der Automobilbranche tätig. Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie einen neuen beruflichen Weg einschlugen.

Die Zeit bei Sauber Motorsport war ein fantastischer Lebensabschnitt, in dem ich viel gelernt und viele Erfahrungen hinsichtlich der Vermarktung eines Sportunternehmens machen durfte. Bei Mercedes-Benz und der AMAG konnte ich mir grosses Know-how im Bereich Marketingkommunikation B2C, B2B sowie die ganze Klaviatur der Above-the-line- und Below-the-line-Massnahmen aufbauen. Meine Leidenschaft für das Eishockey verfolgt mich seit meiner Kindheit. So hatte ich mir vor knapp zwei Jahren das Ziel gesetzt meine drei Herzblutthemen Vermarktung eines Sportunternehmens, Marketing/Kommunikation und Eishockey jobmässig zu vereinen. Genau das habe ich bei den SC Rapperswil-Jona Lakers gefunden – ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

Frage 2: Sie sind nun seit Kurzem bei den SC Rapperswil-Jona Lakers. Wie lautet Ihr persönliches Fazit nach Ihrem ersten Monat?

Ich habe ein super tolles Team vorgefunden, welches die Hausaufgaben nach dem Abstieg vor drei Jahren professionell gemacht hat. Die Lakers können wieder aus der Stärke herausoperieren, mit einem klaren Plan sowie viel Potenzial und Möglichkeiten den Club weiter voranzutreiben.

Frage 3: Wie sehen Ihre Aufgaben bei den Lakers aus?

Alle Vermarktungsrechte der Lakers (z. B. Stadionvermarktung, Sponsoring, Merchandising, Catering, Ticketing) liegen in unserer Hand. Des Weiteren gehören alle Kommunikationsmassnahmen, die Pressearbeit, Stakeholder-Management und die Fanbetreuung zu meinem Aufgabenbereich.

Frage 4: Was können Sie als Leiter Marketing & Kommunikation zum sportlichen Erfolg der SC Rapperswil-Jona Lakers beitragen, damit die Mission „Zurück ins Oberhaus“ klappt?

Kurz gesagt: Es ist die Aufgabe von meinem Team und mir die finanziellen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Sportunternehmen mit hohen sportlichen Zielen sicherzustellen.

Frage 5: Die Universität St. Gallen führt den Sportmanagement-Lehrgang mit einem grossen Fussballverein – dem FC Schalke 04 – durch. Inwiefern ist diese Kooperation für jemanden wie Sie, der sehr eishockeybegeistert ist, interessant?

Das war mir persönlich sehr wichtig. Ich bin überzeugt, dass der Blick und Kontakt in andere Sportarten einem helfen. Die Möglichkeiten bezüglich Sponsor- und Fan-Experience, Team Insight oder Second Screen, sprich die digitalen Chancen wie Virtual Reality (VR) oder Serviceleistungen für den Stadionbesucher, sind im Fussball und Eishockey sehr ähnlich. Von der Marketingabteilung bei Schalke 04 habe ich diesbezüglich einen sehr innovativen Eindruck gewonnen. Ich konnte aber dank dem Lehrgang auch zu anderen Clubs Beziehungen aufbauen, mit welchen ich heute noch in Kontakt bin.

Frage 6: Wem empfehlen Sie den Studiengang?

Ich empfehle das CAS Sportmanagement vor allem Mitarbeitern bzw. Führungskräften, die in einem professionellen Sportunternehmen tätig sind bzw. sein möchten. Insbesondere wenn man einen Sportverein professionalisieren möchte, kann ich die Weiterbildung sehr empfehlen.

Frage 7: Im Jahr 2016 nahmen u. a. mit den Moggi-Zwillingen, Janick Steinmann, Andreas Küng und zwei Verbandsmitarbeitern diverse Studenten aus dem Eishockey-Sport am Lehrgang teil – Aufgrund Ihrer Leidenschaft für den Eishockey-Sport sicherlich ein spannender Austausch?

Ja, eine sehr coole Truppe und viele super Typen. Die Eishockey-Fraktion, aber auch ganz viele weitere Absolventen vom CAS Sportmanagement 2016, zählten zu den ersten Gratulanten als ich meinen Stellenwechsel kommunizierte. Dies hat mich sehr gefreut. Ich fand aber auch den Austausch mit den Kollegen aus den anderen Sportarten äusserst spannend.

Frage 8: Vergangene Woche haben bereits Ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger die Sportmanagement-Weiterbildung abgeschlossen. Was würden Sie mit dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen den Studierenden für die Zeit nach dem Lehrgang mit auf den Weg geben?

Als erstes freue ich mich darauf, die „NeuabgängerInnen“, denen ich herzlich zum Abschluss gratuliere, im Rahmen eines Alumni-Events kennenzulernen. Als zweites rate ich, das im Lehrgang aufgebaute Netzwerk zu pflegen und zu nutzen. Und als drittes wünsche ich allen, dass sie ihre Ziele und Berufswünsche erreichen.

Frage 9: Haben Sie sich direkt nach dem Abschluss Ihres Studiums auf die Suche nach einer Stelle im Sportbereich gemacht?

Ja und Nein. Ich führte Gespräche mit verschiedenen Vereinen bei denen die „Leiter Marketing“-Stelle besetzt war. In der Regel werden solche Stellen nach Ablauf der Saison neu vergeben. Deshalb legte ich meinen Fokus auf die Saison 17/18. Umso mehr freue ich mich, dass ich nun seit Juni die Stelle als Leiter Marketing & Kommunikation bei den SC Rapperswil-Jona Lakers übernehmen darf.

Frage 10: Seit 20 Jahren üben Sie in verschiedenen Altersklassen die Funktion als Eishockeytrainer aus? Bleiben Sie Ihren Schützlingen trotz der neuen Stelle erhalten?

Nein. Dafür fehlt momentan leider die Zeit. Ich war die letzten Jahre sehr gerne Trainer und habe jeden Moment genossen, deshalb möchte ich es keinesfalls ausschliessen wieder einmal ein Traineramt zu übernehmen.

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch!