Juni 2018: Sandro Moggi

Nach über 700 Spielen in den höchsten beiden Schweizer Eishockeyligen – davon mehr als 400 für die SCL Tigers – kehrte Sandro Moggi dem Spitzensport den Rücken zu. Der Stürmer beendete im Sommer 2016 seine aktive Karriere. Noch vor seinem Rücktritt startete er mit der CAS Sportmanagement-Weiterbildung.

Der 35-Jährige kümmert sich nun um diverse Projekte, die er teilweise bereits während seiner aktiven Profikarriere initiierte. Hervorzuheben gilt es fischen.ch, einen Onlineshop für Fischereiartikel (www.fischen.ch), den er zusammen mit Partnern führt.

Frage 1: Im Sommer 2016 haben Sie den Rücktritt vom aktiven Spitzensport bekannt gegeben. Vermissen Sie die Zeit auf dem Eis?

Ehrlich gesagt bin ich selber erstaunt, wie wenig mir das Eishockey fehlt. Es hat ja bis dahin mein ganzes Leben bestimmt. Ich freue mich aber jedes Mal, wenn ich in Langnau zu einem Spiel gehen kann und die Ex-Teamkollegen spielen sehe. Selber spiele ich noch einmal pro Woche mit Freunden Eishockey – für mehr bleibt keine Zeit.

Frage 2: Sie haben im Juli 2016 den Sportmanagement-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Was ist das Wichtigste, das Sie im Rahmen der Weiterbildung gelernt haben?

Als Spitzensportler kennt man vor allem die tägliche Arbeit auf dem Platz beziehungsweise bei uns auf dem Eis. Als Spitzensportler kennt man vor allem die tägliche Arbeit auf dem Platz beziehungsweise bei uns auf dem Eis. Was es aber alles braucht, um ein Sportunternehmen erfolgreich zu führen, wurde uns eigentlich erst durch diesen Lehrgang bewusst.

Frage 3: Was ist Ihnen vom CAS Sportmanagement-Programm besonders positiv in Erinnerung geblieben?

Einerseits auf jeden Fall die Referenten, welche die Inhalte auf einem enorm hohen Niveau gelehrt haben. Genauso interessant waren aber auch die vielen spannenden Diskussionen mit den Kommilitonen aus ganz verschiedenen Bereichen im Sport. Kaum zu glauben, dass in dieser kurzen Zeit auch einige tolle Freundschaften entstanden.

Frage 4: Die Universität St. Gallen führt den Sportmanagement-Lehrgang mit einem grossen Fussballverein – dem FC Schalke 04 – durch. Inwiefern ist diese Kooperation für jemanden wie Sie, der aus dem Eishockey kommt, interessant?

Ich bin selber ein grosser Fussballfan. Deshalb war dieser Mix aus Professoren der Universität St. Gallen und einzelnen Praxisexperten vom FC Schalke 04 besonders interessant. Die Dimensionen beziehungsweise die Strukturen vom FC Schalke 04 sind, im Vergleich zu Schweizer Sportvereinen, schon sehr imposant. Aber Sport bleibt Sport, egal ob Fussball oder Eishockey. Es zählt vor allem der Erfolg und dient zur Unterhaltung der Zuschauer/Fans.

Frage 5: Vom Gefühl her bemühen sich, im Gegensatz zu den meisten Fussballern, viele Eishockeyspieler bereits während ihrer aktiven Karriere um eine Weiterbildung für die Karriere nach der Karriere. Wie nehmen Sie diese Entwicklung wahr bzw. wie können Sie sich dieses Phänomen erklären?

Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiss, wie es die meisten Fussballer handhaben. In meiner Sportart ist es aber auch noch nicht so, dass sich viele Gedanken machen, was nach der aktiven Profikarriere kommt. Deshalb würde ich eher dazu tendieren zu sagen, dass es nicht pauschalisiert werden kann, sondern vielmehr von der Denkweise jedes einzelnen Sportlers (egal ob Fussballer, Eishockeyspieler, Handballer etc.) abhängig ist.

Frage 6: Was würden Sie vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen aktiven Sportlern im Hinblick auf ihre Karriere nach der Karriere mit auf den Weg geben?

Es ist von immenser Bedeutung, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was man will. Und das Wichtigste ist, sich mit Weiterbildungen viele Optionen für die Karriere nach dem Sport offen zu halten.

Frage 7: Wussten Sie schon während Ihrer aktiven Karriere, in welchem Berufsfeld Sie arbeiten wollen?

Nein, das hat sich etwa alle zwei Jahre wieder geändert. Aber mit der zunehmenden Anzahl an Weiterbildung, die ich gemacht habe, entstanden immer konkretere Vorstellungen von meiner Tätigkeit nach der aktiven Sportkarriere.

Frage 8: Sie haben nun bereits schon einige Projekte in der Privatwirtschaft miterlebt. Gibt es Kompetenzen, welche Sie im Rahmen Ihrer Sportkarriere erlernt haben, die Sie bei Ihren ersten Schritten in der Berufswelt besonders gut gebrauchen können?

Ich bin der Meinung, dass man während der Sportkarriere viele Kompetenzen aufbaut und stärkt, die in der Privatwirtschaft besonders gut genutzt werden können. Vor allem der Ehrgeiz und die Teamfähigkeit sind zentrale Kompetenzen, die bei ehemaligen Sportlern besonders ausgeprägt sind.

Frage 9: Vor vier Jahren haben sie noch während Ihrer aktiven Karriere mit Partnern einen Onlineshop für Fischereiartikel (www.fischen.ch) eröffnet. Wie kam es dazu?

Im Jahr 2013 entstand beim Bruder meiner Freundin die Idee, einen neuartigen und innovativen Onlineshop für Fischereiartikel zu eröffnen. Da er auf Suche nach Partnern war, sprach er mit mir über sein Vorhaben und so kam eins zum anderen. Wir wollen den FischerInnen mit unserem Onlineshop eine einzigartige Plattform bieten.

Frage 10: Mit Christoph Spycher (Sportchef BSC Young Boys) hat ein Sportmanagement-Absolvent des Lehrgangs 2016 die Geschicke von einem grossen Sportverein in der Schweiz übernommen. Ist dies ebenfalls ein zukünftiges Ziel von Ihnen?

Ehrlich gesagt, weiss ich es Stand heute noch nicht so genau. Momentan reizt mich die Privatwirtschaft sehr und mit fischen.ch habe ich aktuell ein sehr interessantes Projekt. Trotzdem kann man nie sagen, was die Zukunft mit sich bringt.

 

Vielen Dank für das interessante Interview!