April 2017: Marco Fabrizio Cavallini

Marco Fabrizio Cavallini ist Jurist (lic. iur.) und Mitglied der Schweizerischen Vereinigung für Sportrecht. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich sammelte er als juristischer Mitarbeiter in einer führenden Wirtschaftskanzlei in Pfäffikon (Kanton Schwyz) und als ausserordentlicher Gerichtsschreiber am kantonalen Strafgericht Schwyz wertvolle Berufserfahrungen. Seit Juni 2016 ist Marco Fabrizio Cavallini als Jurist in den Bereichen Sportrecht, Sportmanagement und Sponsoring bei Bühlmann Rechtsanwälte AG in Zürich tätig.

Von Februar bis Juni 2015 schloss Marco Fabrizio Cavallini erfolgreich den Weiterbildungsstudiengang zum zertifizierten Sportmanager HSG ab. Er besitzt zudem einen Nachdiplomabschluss (CAS) in International Sports Law der Universität Zürich und verfügt auch aufgrund seiner Erfahrungen als nationaler Spitzenspieler (Tennis) über grosses Know-how in den Bereichen Sportrecht, Sportmanagement und Sponsoring.

Frage 1: Marco Fabrizio Cavallini, in weniger als einem Monat beginnt die dritte Durchführung des CAS Sportmanagement-Programms. Was würden Sie angesichts Ihrer Erfahrungen den neuen Studierenden mit auf den Weg geben?

Die Studierenden dürfen sich auf einen spannenden, abwechslungsreichen und erstklassigen Lehrgang freuen. Ich wünsche ihnen eine grosse Portion Neugier, denn besonders vom offenen Austausch mit den Referenten und Kommilitonen können sie enorm profitieren.

Frage 2: Welches sind Ihre „Key Takeaways“ vom Lehrgang?

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, noch einmal bewusst zu realisieren, welche Freude und verbindende Wirkung der Sport auslösen kann und welche riesigen Möglichkeiten – auch wirtschaftlicher Natur – sich daraus ergeben. Die Lehrveranstaltungen, in denen wir dazu angeregt wurden die eigene Persönlichkeit zu reflektieren sowie unsere Werte und Ziele zu definieren, empfand ich zudem als besonders wertvoll.

Frage 3: Der Lehrgang richtet sich u. a. an ehemalige und aktive Spitzensportler. Wie war es für Sie, mit diversen bekannten Persönlichkeiten aus dem Sport zu studieren?

Als begeisterter Sportler und Sportfan war es mir natürlich eine grosse Freude mich mit ehemaligen und aktiven Spitzensportlern zu unterhalten. Der Lehrgang lebt deshalb auch von der Interaktivität und den vielen unterschiedlichen Erfahrungen der Studierenden.

Frage 4: Sie selbst spielen auf sehr hohem Niveau Tennis, erreichten mit der Klassierung N3.46 Ihr bislang bestes nationales Ranking. Welche Erfahrungen können Sie aus Ihrer Tenniskarriere in Ihre beruflichen Tätigkeiten einbringen?

Es gibt für mich viele Anknüpfungspunkte, z.B. mit Freude und Überzeugung beharrlich auf ein Ziel hinzuarbeiten oder sowohl mit Siegen als auch mit Niederlagen richtig umgehen zu können. Der Leistungssport war für meine persönliche Entwicklung in jedem Fall sehr wertvoll.

Frage 5: Seit gut einem Jahr sind Sie bei Bühlmann Rechtsanwälte AG in Zürich tätig. Welche Dienstleistungen bietet die Kanzlei im Sportbereich an?

Im Bereich Sport und Sponsoring bieten wir Athleten, Sportvereinen, -verbänden, -veranstaltern und -agenturen eine zielorientierte Rechtsberatung und Unterstützung in allen sportlichen Belangen. Zudem beraten und unterstützen wir Unternehmen bei der Gestaltung und Verhandlung von Sponsoring- und Vermarktungsverträgen mit Sportlern und Künstlern.

Frage 6: Vor wenigen Wochen sind Sie zum ersten Mal Vater geworden. Wie bringen Sie Ihr Elternsein und die beruflichen Verpflichtungen in Einklang?

Ich bin sicher, dass mir der Spagat gut gelingen wird. Im Moment geniesse ich die wunderschöne Zeit mit meiner jungen Familie und versuche den Schwung in meine beruflichen Aktivitäten mitzunehmen.

Frage 7: Im Jahr 2011 haben Sie Ihr Lizentiat der Rechtswissenschaft abgeschlossen. War Ihre Leidenschaft für das Sportrecht bereits dazumal schon so ausgeprägt?

Ja, das war sie auf jeden Fall. Ich habe bereits früh realisiert, dass ich meine juristische Ausbildung mit meiner Leidenschaft für den Sport verbinden möchte. Die Nachdiplomstudiengänge in Sportmanagement und International Sports Law haben mich diesbezüglich bestärkt.

Frage 8: Gibt es sportrechtliche Themen, welche zur Zeit besonders intensiv diskutiert werden?

Mit der Veröffentlichung des McLaren-Reports* rückte schlagartig das Thema Doping in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Viele Sportrechtler beschäftigen sich denn auch mit Fragen zu effektiven Dopingkontrollen, der Unabhängigkeit von Dopinglaboren sowie angemessenen Sanktionssystemen. Neben dem Thema Doping ist auch die Problematik rund um (Wett-) Spielmanipulationen sehr aktuell.

*Als McLaren-Report wird ein im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlichter Untersuchungsbericht über ein System von Staatsdoping in Russland von 2011 bis 2016 bezeichnet.

Frage 9: Zusammen mit Bühlmann Rechtsanwälte AG haben Sie vor Kurzem einen Leitfaden zur Nutzung von Social Media-Plattformen im Sport veröffentlicht. An wen richtet sich der Leitfaden und welche rechtlichen Fragestellungen stehen im Vordergrund?

Der Leitfaden zeigt praxisorientiert und leichtverständlich auf, was Sportler, Sportvereine und -verbände im Umgang mit Social Media-Plattformen nach Schweizer Recht beachten müssen. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere (Treue-)Pflichten aus Sponsoringverträgen, Arbeitsverträgen und Athletenvereinbarungen, Persönlichkeits- und Urheberrechte Dritter sowie wettbewerbswidrige Verhaltensweisen.

Leitfaden zur Nutzung von Social Media-Plattformen im Sport (PDF)

Frage 10: Wo sehen Sie sich beruflich in 5 bis 10 Jahren?

Mein nächstes Ziel ist es die Anwaltsprüfung erfolgreich zu absolvieren. Mittelfristig setze ich den Fokus meiner beruflichen Tätigkeit auf die rechtliche Beratung und Vertretung von Athleten, Sportvereinen und Sportverbänden sowie auf das Athletenmanagement. Zusätzlich möchte ich weiterhin junge, ambitionierte Tennisspielerinnen und Tennisspieler trainieren.

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch!