Mai 2018: Ricardo Schödler

Ricardo Schödler ist seit 2013 beim Schweizer Eishockeyverband (SIHF) u. a. für die Planung und Durchführung aller Aktivitäten der (Junior) National Teams sowie für die Zusammenarbeit mit dem internationalen Eishockeyverband (IIHF), dem Bundesamt für Sport (BASPO) und Swiss Olympic verantwortlich. Neben seinem Engagement beim Eishockeyverband ist Ricardo Schödler als Sportdirektor des Eishockeyclubs Bülach tätig.

Nach seiner Ausbildung als kaufmännischer Angestellter absolvierte Ricardo Schödler die Ausbildung zum Marketingfachmann mit eidgenössischem Fachausweis. Vom März bis Juli 2016 besuchte er dann erfolgreich den CAS Sportmanagement-Weiterbildungsstudiengang an der Universität St. Gallen in Kooperation mit dem FC Schalke 04. Ricardo Schödler ist neben seiner Leidenschaft für das Eishockey auch ein grosser Fan des FC Bayern München.

Frage 1: In wenigen Tagen werden Ihre Nachfolger die ersten Tage auf Schalke erleben. Was macht den Studienort „Veltins-Arena“ aus Ihrer Sicht besonders?

Das war eine grossartige Erfahrung. Wann hat man schon die Möglichkeit, im Stadion eines der grössten Sportvereine der Welt zu studieren?

Frage 2: Sie haben den Sportmanagement-Lehrgang 2016 absolviert. Worin lag Ihre persönliche Motivation, das CAS Sportmanagement-Programm zu absolvieren?

Stillstand ist bekanntlich immer ein Rückschritt – deshalb wollte ich unbedingt eine Weiterbildung besuchen, welche mir in meinen beruflichen Tätigkeiten weiterhilft. Ich glaube, es gibt wenige Lehrgänge, die einen solchen Praxisbezug garantieren.

Frage 3: Wie erlebten sie das Studium? Welche Ihrer Erwartungen von damals haben sich erfüllt?

Ich wollte vor allem Dinge lernen, die ich in meinen täglichen Tätigkeiten bei Swiss Ice Hockey und auch beim EHC Bülach nutzen kann. Diese Erwartung wurde erfüllt. Die Tage waren immer sehr spannend und ich durfte das Studium mit vielen interessanten Persönlichkeiten aus Sport und Wirtschaft absolvieren. Besonders wertvoll war auch die Vielfalt der Sportarten, die im Lehrgang vertreten waren.

Frage 4: Sie sind nun seit gut fünf Jahren beim Schweizer Eishockeyverband tätig. Können Sie uns Ihren Tätigkeitsbereich erläutern?

In meiner Funktion bin ich zuständig für die Planung und Durchführung aller Aktivitäten der Nationalmannschaften. Wir planen die Aufenthalte während den Weltmeisterschaften, organisieren Turniere respektive ganze Zusammenzüge und arbeiten eng mit dem Coaching Staff zusammen, damit sie vor Ort die besten Voraussetzungen vorfinden und sich nur noch auf das Sportliche konzentrieren können.

Ausserdem pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit dem internationalen Eishockeyverband (IIHF), dem Bundesamt für Sport (BASPO), Swiss Olympic und natürlich allen Schweizer Eishockeyclubs sowie mit den ausländischen Clubs bei denen Schweizer Spieler unter Vertrag stehen – eine sehr umfassende und spannende Aufgabe.

Frage 5: Welche Modulwochen waren für Ihre Tätigkeit beim Verband speziell spannend?

Wie eingangs erwähnt ist der Praxisbezug in allen Modulwochen extrem wertvoll. Wenn man bereits in einem Sportunternehmen arbeitet, gibt es immer Themen die einen weiterbringen und den Horizont erweitern.

Frage 6: Gibt es einzelne Modultage, die besonders wertvoll für Ihre Funktion als Sportdirektor beim EHC Bülach sind bzw. sein werden?

Auf jeden Fall. Gerade die ersten Tage zum Thema „Führung von Sportunternehmen“ waren für mich extrem spannend und da konnte ich enorm profitieren. Auch die Themen „Kommunikation“ und „Verhandlungstaktik“ waren ausserordentlich wertvoll für meine persönliche Weiterentwicklung.

Frage 7: Im Rahmen der Sportmanagement-Weiterbildung ist natürlich auch immer das „Networking“ sehr interessant. Haben Sie für die Studenten des Lehrgangs 2018 Tipps für die Abende in Gelsenkirchen?

Naja, da gibt es einige Kneipen in Gelsenkirchen … aber es ist nicht so, dass Gelsenkirchen für sein Nachtleben bekannt ist. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind mir aber die Abendevents und vor allem der Sieg (3:2) im Fussballspiel gegen die Betriebsmannschaft vom FC Schalke 04. In einem 4-4-2-System mit Michael Gspurning im Tor (aktuell bei Union Berlin) und Christoph Spycher als Abwehrchef (ehem. Frankfurt, Grasshopper Club Zürich und BSC Young Boys) gelang uns dieser unverhoffte Sieg. Übrigens … die S04-Legende Asamoah sass 90 Minuten auf der Bank. Spass beiseite … Gerald war natürlich für eines der Tore zuständig, wobei wir auch diverse andere Spieler im Team hatten, die ihr Können zeigen konnten.

Wir hatten wirklich eine tolle Gruppe. Man kommt gar nicht drum herum, an den Abenden etwas zusammen zu unternehmen, da die meisten Teilnehmer im gleichen Hotel sind. Das war absolut Spitze.

Frage 8: Welchen Eindruck konnten Sie vom Verein FC Schalke 04 gewinnen?

Einen sehr professionellen. Ich bin, wie bereits beschrieben, ein grosser Fan des FC Bayern München und auch oft an den Spielen in der Allianz Arena. Der FC Schalke macht mir aber einen ebenso professionellen Eindruck wie der FCB. Gerade im ganzen Markenauftritt und in der Vermarktung. Aber klar, ein Sportunternehmen wird an den sportlichen Erfolgen gemessen und da liegt „mein“ Team aus dem Süden noch vorne.

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch!