Oktober 2018: Kurt Müller

Kurt Müller ist seit mehr als 30 Jahren ein begeisterter Ausdauersportler und heute einer der führenden Triathlon-Coaches im deutschsprachigen Raum. Kurt Müller selbst nahm 13 Mal an der Ironman WM auf Hawaii teil. In dieser Zeit wurde er von diversen bekannten Coaches betreut. Durch diese Erfahrungen und zahlreiche Weiterbildungen in der Trainingswissenschaft konnte er sich ein umfassendes Wissen aneignen, welches er nun erfolgreich an seine Athleten weitergibt. Als „Coach Kurt“ bekannt, trainiert er acht Profi-Athleten und mehrere Altersklassen-Athleten. Zudem ist er seit 2013 Coach seines eigenen Triathlon-Teams, das heute 120 Mitglieder zählt.

Momentan glänzt besonders einer seiner Athleten im „Team Koach“: Philipp Koutny. Mit seinen 35 Jahren ist Philipp Koutny bestimmt kein Jüngling mehr, startet er diesen Monat an den Ironman World Championships auf Hawaii zum ersten Mal überhaupt als Profi – und dies nicht ohne Grund: An den diesjährigen Europameisterschaften in Frankfurt wurde Koutny Vierter, und Ende August siegte er am Ironman in der estnischen Stadt Tallinn mit der starken Schlusszeit von 8:01 Stunden. Damit sicherte er sich in letzter Minute den Startplatz für den Ironman auf Hawaii, welchen er auf dem hervorragenden 15. Platz beendete.

„Team Koach“ in Person von Kurt Müller trainiert und unterstützt jedoch weiterhin Triathleten jeder Schattierung, vom Jugendlichen über den Plauschsportler bis zum Profi.

 

Frage 1: Herr Müller, als Coach trainieren und betreuen Sie acht Profi-Athleten und mehreren Altersklassen-Athleten. Wie darf man sich diese Betreuung vorstellen?

Das Coaching startet immer mit einem Beratungsgespräch bei welchem Ressourcen, Möglichkeiten und Ziele thematisiert werden. Bei weiteren Standortbestimmungen werden die Zielvereinbarung und Karriereplanung ausgearbeitet. Über eine Online-Trainingsplattform werden für den Athleten individuelle Trainingspläne erstellt. Nach dessen Umsetzung analysiere ich die Daten der Athleten und passe folglich den Trainingsplan an. Des Weiteren wird durch geleitete Trainingseinheiten der Entwicklungsprozess der Athleten weiter gefördert. Auch meine Präsenz an den Wettkämpfen mit anschliessenden Analysen und Auswertungen gehört zu einer ganzheitlichen Betreuung dazu.

 

Frage 2: Philipp Koutny, einer Ihrer Athleten, erlebt momentan ein persönliches Hoch. Welchen Einfluss haben Sie beziehungsweise Ihr Team auf seinen Erfolg?

Um eine optimale Entwicklung von Philipp zu ermöglichen, betreuen wir ihn auf psychischer und physischer Ebene. Zudem erfolgt auch eine finanzielle Unterstützung des Teams Koach. Schlussendlich liegt es dann aber an Philipp die Zielvereinbarungen und Trainingspläne diszipliniert umzusetzen, was im Moment offensichtlich gut funktioniert.

 

Frage 3: In einem NZZ-Artikel (Anm. d. Red.: Neue Zürcher Zeitung) von diesem Monat wurden Sie wie folgt zitiert: «Was man in diesem Sport an Lebenserfahrung gewinnt, ist mehr wert als das Geld auf der hohen Kante». Wie dürfen wir diese Aussage verstehen?

Die Grenzen der eigenen Leistungen zu erfahren ist ein wesentlicher Grund, weshalb viele Leute Ausdauersport betreiben. Immer wieder an seine eigenen Grenzen zu gehen, bringt eine hohe Leistungsbereitschaft, Lebenserfahrung und stärkt das Selbstbewusstsein. Diese Eigenschaften sind auch im Berufsleben erfolgsentscheidend. Des Weiteren lernt man viele neue Orte und Leute kennen. Es gibt wenige die mit dem Triathlon begonnen haben und dann direkt wieder aufhören – das sagt viel aus.

 

Frage 4: Der Ausdauersport fristet im Vergleich zu anderen Sportarten vor allem in finanzieller Hinsicht immer noch ein Schattendasein. Wie kann man als Athlet in diesen Sportarten finanziell überhaupt überleben?

Dies ist auf jeden Fall eine schwierige Situation, denn nur die Besten der Besten bekommen eine finanzielle Anerkennung. «Der Erste wird Millionär, der Zweite kann überleben und der Dritte verhungert», so gestaltet sich überspitzt formuliert die finanzielle Lage bei Randsportarten.

 

Frage 5: Sie nahmen in jüngeren Jahren selbst an diversen Triathlons teil. Wie lautete Ihr Erfolgsrezept?

Die Freude am Ausdauersport und der unbändige Wille Unmögliches zu erreichen waren mein persönlicher Antrieb. Durch verschiedene Ausgangslagen, Situationen und Prioritäten im Leben, habe ich alle Stufen des Leistungssportes durchlebt, was zu einer hohen Motivation und in einem weiteren Schritt zu Erfolgen geführt hat.

 

Frage 6: In diesem Jahr haben Sie das CAS Sportmanagement erfolgreich abgeschlossen. Wieso haben Sie sich für die Weiterbildung in Kooperation mit Schalke 04 entschieden?

Ich kannte das CAS Sportmanagement bereits von verschiedenen Personen aus meinem sportlichen Umfeld und hatte sehr viel Positives gehört. Dies bestätigte sich dann auch – die Weiterbildung bewegte sich aufgrund der hochkarätigen, praxisbezogenen Referenten und dem spannenden Teilnehmerfeld auf einem aussergewöhnlichen Niveau. Zudem war es aus meiner Sicht spannend, dass das Intensivstudium je zur Hälfte am Executive Campus der Universität St.Gallen und in der VETINS-Arena auf Schalke stattfand. Des Weiteren ist das sehr gute Alumni-Netzwerk sicherlich von Vorteil.

 

Frage 7: Wie war der Umgang unter den Kommilitonen und mit den Lehrenden? Der Lehrgang war doch geprägt von einer bunten Mischung aus Teilnehmern von Team- und Einzelsportarten.

Durch die bunte Mischung der Teilnehmer in Form von unterschiedlichen Altersgruppen, Positionen und Praxiserfahrungen, ergab sich ein sehr inspirierender Austausch, was immer wieder zu Selbstreflexion und dem Überdenken der eigenen Handlungs- und Sichtweisen führte. Die ganze Ausbildung war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, Hilfsbereitschaft und viel Humor.

 

Frage 8: Momentan ist das Bewerbungsfenster für die Weiterbildung 2019 wieder offen. Wem würden Sie mit dem Hintergrund Ihrer Erfahrung den Studiengang empfehlen?

All diejenigen, die im Management, in der Sportvermarktung und in sportnahen Berufen weiterkommen wollen und sich in der Sportbranche ein neues oder zweites Standbein aufbauen möchten. Des Weiteren empfehle ich es allen Führungspersonen aus Sportorganisationen bzw. -vereinen.

 

Frage 9: Gibt es einzelne Modultage, die besonders wertvoll hinsichtlich einer professionellen Betreuung Ihrer Athleten waren?

Das ganze Modul „Sportmarketing“ inklusive Sponsoring und Selbstvermarktung war sehr lehrreich für mich. Auch der erste Seminarblock „Führung von Hochleistungsteams“ mit Themen der indirekten Führung wirken sich positiv auf meine Athletenbetreuung aus. Ausserdem wurde meine Motivation neue Projekte umzusetzen gestärkt.

 

Beitrag über Kurt Müller und eine Athletin aus dem „Team Koach“