Ramin Pandji

Alumni des Monats August 2019

Chief Officer Sport bei der FC St. Gallen AG

Ramin Pandji gilt in der Schweizer Fussballbranche als erfolgreicher Durchstarter. In seinen jungen Jahren spielte er selbst Fussball auf hohem Jugendniveau und baute nach einer schweren Knieverletzung, die das Karriereende bedeutete, mit der Property Partner GmbH und der HG Verwaltungs GmbH eine Firmengruppe auf, die sich erfolgreich auf den Immobilienbereich spezialisierte. Obwohl Ramin Pandji früher nicht als Spitzensportler sein Geld verdiente, reizte ihn aufgrund seines guten Netzwerks eine Tätigkeit im Profisport. Im Februar 2016 nahm er deshalb das Angebot als leitender Teammanager beim FC St. Gallen 1879 an und konzentrierte sich fortan auf seine Tätigkeit beim führenden Ostschweizer Fussballverein.

Im April 2018 nahm Ramin Pandji zudem das berufsbegleitende Sportmanagement-Studium an der Universität St. Gallen auf. Noch während der Weiterbildung wurde er zum Chief Officer Sport bei der FC St. Gallen AG befördert. Seit Mai letzten Jahres ist Ramin Pandji nun in dieser Funktion tätig und gilt als rechte Hand des Sportchefs und ehemaligen Bayern-Spielers Alain Sutter.

Frage 1: Herr Pandji, letzten Monat haben bereits Ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger die Sportmanagement-Weiterbildung abgeschlossen. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Lehrgang?

Ich verbinde sehr viele schöne Erinnerungen mit der Weiterbildung. Einerseits an die wirklich spannenden und lehrreichen Seminare, die mir unmittelbar in meiner operativen Tätigkeit beim FC St.Gallen 1879 helfen. Und dann natürlich der Umgang und die Begegnungen mit meinen Kommilitonen. Mit Marco Streller, Heiko Westermann, Ilhan Mansiz, José Goncalves und Marcus Steegmann waren bekannte Grössen des Fussballs vertreten, die viel aus ihrem bewegten Profileben aber auch ihrer aktuellen Karriere zu berichten hatten. Aber die gesamte Mischung im Kurs hat den Reiz ausgemacht. By the way haben wir viel gelacht …

Frage 2: Sie waren lange in der Immobilienbranche tätig. Gibt es Kompetenzen, welche Ihnen nun auch im Management eines Fussballvereins weiterhelfen?

Zugegebenermassen bin ich nach wie vor in der Immobilienbranche tätig und mit Sicherheit hat es mir geholfen, dass ich bereits früh grosse Verantwortungen zu tragen hatte und Mitarbeiter führen musste. Die Immobilienbranche ist ab und an genau so hektisch und wenig planbar wie der Alltag in einem Fussballverein.

Frage 3: Wie sind Sie zu Ihrer heutigen Aufgabe gekommen und was war ausschlaggebend, dass Sie nun in der Sportbranche tätig sind?

Es lief wie immer im Fussball: Durch ein gutes Netzwerk. Durch mein Netzwerk hat mich der damalige Sportchef Christian Stübi angesprochen, ob ich mir die vakante Position des Teammanagers zutrauen würde. Da ich damals bereits mit dem Einstieg in das Sportbusiness in Deutschland geliebäugelt hatte, war das die ideale Gelegenheit und der ideale Zeitpunkt in der Schweiz einzusteigen. Praktisch kein Tag ist wie der andere, jeden Tag erlebt man Emotionen, es ist von morgens bis abends spannend. Fussball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft, man muss mit der Zeit gehen und immer dazu lernen. Handkehrum ist der Job auch zeitlich sehr anspruchsvoll und intensiv und erfordert ein Höchstmass an Leistungsbereitschaft für den Verein, da darf man nicht blauäugig sein. Bis heute habe ich es aber keine Sekunde bereut.

Frage 4: Gibt es Inhalte des Lehrgangs, die Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Chief Officer Sport beim FC St. Gallen anwenden können?

Ja sicher, der Baustein «Führung von Sportunternehmen» war sehr spannend. Aber auch die Wochen in Gelsenkirchen auf Schalke waren für mich sehr lehr- und hilfreich, da man den eigenen Verein mit einem grossen Traditionsclub vergleichen kann. Der FC St.Gallen 1879 hat noch viel Potenzial in allen Bereichen.

Frage 5: Die Universität St. Gallen führt den Sportmanagement-Lehrgang mit einem grossen europäischen Fussballverein durch. Inwiefern ist diese Kooperation für Fussballmanager aus der vermeintlich «kleinen» Schweizer Liga dennoch interessant?

Ich sehe da keinerlei Probleme, im Gegenteil. Letztlich ist der FC St.Gallen 1879 nicht anders aufgestellt als Schalke 04, nur etwas kleiner. In Sachen Professionalität können, denke ich, praktisch alle Schweizer Vereine nur profitieren, wenn man sieht, wie es auf der wirklich grossen Bühne abläuft. Wobei wir uns in der Schweiz nicht kleiner machen sollten, als wir sind.

Frage 6: Nachdem der FC St. Gallen 1879 in der letzten Saison die europäischen Plätze nur knapp verpasst hat, sollte dies nun in der neuen Saison das Ziel sein – oder mit welchen Erwartungen geht der FCSG in die neue Spielzeit?

Die Schweizer Liga ist ausgeglichen und in der neuen Saison erwarte ich persönlich nicht mehr einen so dominanten Alleingang wie letzte Saison durch die Young Boys. Was uns anbelangt darf man nicht vergessen, dass wir eines der kleinsten Budgets der Liga haben. Geld allein ist zwar nicht der ausschlaggebende Faktor, aber wir müssen anders haushalten als YB, Basel oder Sion. Jeder Einzelne im Verein muss jeden Tag das Beste aus sich herausholen.

Frage 7: Wie managen Sie Ihren Alltag, damit in Ihrer anspruchsvollen Position die Freizeit nicht zu kurz kommt?

Wenn man etwas wirklich will und von etwas überzeugt ist, dann überwindet man auch mal Grenzen, die weh tun. Die Freizeit kommt aber definitiv manchmal zu kurz, so ehrlich muss ich sein. Gerade in unserem Bereich ist es schwer Freizeit zu haben, da an den Wochenenden die Spiele anstehen.

Frage 8: Ihnen wird nachgesagt, dass Sie über ein ausgezeichnetes Netzwerk im Deutschen und im Schweizer Fussball verfügen – wie baut man sich so ein Netzwerk auf?

Ein Netzwerk im Sport bzw. im Fussball entwickelt sich eigentlich schnell, gerade wenn man engagiert arbeitet. Letztlich geht es darum, dass man stets offen sein sollte, auf Leute zugehen muss und sich selbst weiterentwickeln möchte. Allerdings gehört auch ein gesundes Mass an Selbstvertrauen und Härte dazu, den letztlich ist der Fussball in der Tat das oft zitierte Haifischbecken.

Frage 9: Momentan ist das Bewerbungsfenster für die Weiterbildung 2020 wieder offen. Wem würden Sie mit dem Hintergrund Ihrer Erfahrung den Studiengang empfehlen?

Jedem, der die Motivation hat, sich im Sport in einem unglaublich spannenden, aber auch sehr anstrengenden Umfeld zu bewegen, einzubringen und zu entwickeln.

Frage 10: Wo sehen wir Ramin Pandji in 5 bis 10 Jahren?

Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft. Aber wenn man mich fragt, was mein Herz sagt: beim FC ST. GALLEN 1879

 

Vielen Dank für die interessanten Einblicke, Herr Pandji!

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