Henning Wegter

Alumni des Monats September 2019

Senior Manager Sales DFB

Henning Wegter ist ein ehemaliger deutscher Volleyballspieler. Wegter begann seine aktive Karriere 1999 in Nordhorn. 2002 folgte er seinem Vater Bernd zum FC Schüttorf 09. Später ging der Mittelblocker zum Nachwuchsteam VC Olympia Berlin und spielte in der Junioren-Nationalmannschaft. Aus der Hauptstadt wechselte er zum Bundesligisten TSV Giesen/Hildesheim. Daraufhin wurde er vom Moerser SC verpflichtet und anschliessend wechselte er zu den TSG Solingen Volleys. In seiner letzten Station bei der TG 1862 Rüsselsheim gelang ihm 2015 der Aufstieg in die erste Bundesliga.

Nach seiner aktiven Karriere gelangen ihm als Teammanager und Kaderplaner der TG 1862 Rüsselsheim seine ersten Schritte ins Sportmanagement. Nach kurzer Zeit folgte dann die Beförderung zum Geschäftsführer des Bundesligavereins, der unterdessen von TG 1862 Rüsselheim zu United Volleys Frankfurt unbenannt wurde.

Noch während seiner aktiven Volleyballkarriere schloss Henning Wegter sein Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing ab. Seine damalige Tätigkeit als Geschäftsführer der United Volleys bewog ihn dazu, seine Managementkompetenzen sportspezifisch zu erweitern. Demzufolge absolvierte er im Jahr 2017 erfolgreich die Sportmanagement-Weiterbildung der Universität St. Gallen.

Im September 2018 folgte dann der Wechsel zum Deutschen Fussball-Bund (DFB), bei dem er bis heute die Funktion als Senior Manager Sales übernimmt.

Frage 1: Henning Wegter, Sie haben während Ihrer aktiven Volleyballkarriere bereits ein Studium in Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen. Zudem konnten Sie diverse Erfahrungen im Marketingbereich sammeln. Wie brachten sie alles unter einen Hut?

Als Leistungssportler gewöhnt man sich recht relativ früh an die Doppelbelastung – wobei Belastung das falsche Wort ist. Schon in der Schule habe ich aus Spass am Sport acht bis zehn Mal pro Woche trainiert. Nach meinem Abitur war klar, dass ich neben dem Sport auch die berufliche Karriere vorantreiben möchte. Gemeinsam mit meinen Vereinen hatte ich Lösungen gefunden, wie ich neben dem Leistungssport studieren und Berufserfahrungen sammeln konnte. Dazu gehört auch immer eine grosse Portion Selbstdisziplin. Das hilft mir auch heute noch.

Frage 2: Die grössten Erfolge als Volleyballspieler waren ein dritter Platz in der deutschen Meisterschaft und der Vizepokalsieg 2013. Ärgert Sie es, dass Sie keinen Titel gewonnen haben?

Auf jeden Fall. Das war selbst bei den Junioren häufig so, dass ich Dritter oder Zweiter geworden bin. Umso mehr spornte es mich als Manager an Titel zu holen.

Frage 3: Als Manager bei den United Volleys konnten Sie einige Ausrufezeichen setzen: Erfolgreichster Aufsteiger aller Zeiten, die dritten Plätze in der deutschen Meisterschaft, die Qualifikation für die Champions League sind alles Erfolge, die Sie während Ihrer Amtszeit verbuchen durften. Wie lautete Ihr Fazit?

Der sportliche Erfolg war natürlich toll. Uns ging es bei den United Volleys aber auch darum, Volleyball allgemein und speziell in der Region rund um Frankfurt bekannter zu machen und den Zuschauern und Partnern die Attraktivität des Sports näherzubringen. Das ist in der Zeit bei den United Volleys gut gelungen. Das Projekt hat aber noch viel Potenzial und mich freut es, dass es von meinen Nachfolgern weiter vorangetrieben wird.

Frage 4: Mit welchen Tätigkeiten beschäftigten Sie sich als Geschäftsführer des Volleyballbundesligisten?

Die Mannschaft und das Event sind das Produkt, welches vermarktet wird und deshalb im Vordergrund steht. Mein Fokus lag vor allem auf dem Partnermanagement respektive der Gewinnung neuer Sponsoren und den damit zusammenhängenden Marketingaktivitäten. Aber auch die Kaderplanung und die damit verbundenen administrativen Aufgaben galt es zu verantworten.

Frage 5: Sie hatten eine der jüngsten Volleyball-Bundesligamannschaften aller Zeiten – was war Ihnen bei der Kaderplanung besonders wichtig?

Neben den sportlichen Voraussetzungen ist die Persönlichkeit des Spielers im Volleyball besonders wichtig. Es geht nicht um das Gehalt, sondern um das was ich in meiner Karriere erreichen will. Volleyball hat viel mit Idealismus zu tun. Da braucht man Spieler, die hungrig sind und den Ehrgeiz teilen, um so ein Projekt wie die United Volleys voranzubringen.

Frage 6: Nun sind Sie seit September letzten Jahres beim DFB. Wie kam es zu diesem Wechsel?

Der DFB befand sich seit Beginn 2018 in der Umstrukturierung, woraufhin in der Abteilung Marketing und Vertrieb einige neue Stellen geschaffen worden sind. Nicht zuletzt durch die Sportmanagement-Weiterbildung der Universität St. Gallen habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht und fand es unheimlich spannend zu erfahren, wie auf Verbandsebene gearbeitet wird, nachdem ich langjähriger Aktiver und anschließend auf Vereinsseite tätig war. Als die Möglichkeit bestand beim DFB, den größten Sportfachverband der Welt, anzufangen, habe ich dann nicht lange gezögert.

Frage 7: Wie können wir uns das, was Sie nun beim DFB machen, vorstellen?

Wir sind im Vertrieb als Rechtehalter des großen DFB-Portfolios für die vollumfängliche Vermarktung verantwortlich. Ziel ist es erfolgreiche bestehende Partnerschaften des DFB zu verlängern, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und potenzielle Partner für die DFB-Marken zu akquirieren.

Frage 8: Welche Erkenntnisse/Inhalte des Studiums können Sie besonders gut im beruflichen Alltag gebrauchen?

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Jenewein. Die Inhalte helfen mir täglich in puncto Motivation und Zielerreichung. Aber auch der Tag zum Thema «Verhandlungstaktik» ist in meiner heutigen Funktion als Senior Manager Sales beim DFB besonders wertvoll.

Frage 9: Durch den Lehrgang erhielten Sie einen Einblick in einen der grössten Fussballvereine der Welt. Inwiefern war das für eine Führungskraft aus einer anderen Sportart interessant?

Der Austausch mit den anderen Experten im Sportbusiness war enorm hilfreich. Die Vorstände und Direktoren von Schalke 04 waren sehr transparent und es gab extrem interessante Einblicke in die tägliche Arbeit. Die Tatsache wie sich der FC Schalke 04 als Marke positioniert und welche Zukunftsabsichten sie haben, half mir bei den United Volleys gewisse Dinge zu adaptieren und weiterzuentwickeln. Beispielsweise ist die Digitalisierung nicht nur für einen Riesen wie Schalke 04 eine grosse Chance, sondern auch für kleinere Vereine.

Natürlich wusste ich damals noch nicht, dass es mich ein Jahr später zum DFB zieht. Aber umso interessanter sind nun die Kontakte, die ich im Rahmen der Weiterbildung knüpfen durfte.

 

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Herr Wegter!

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