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Oskar Deecke

Alumni des Monats September 2021

Referent des Vorstands Marketing bei Fortuna Düsseldorf
2-facher Olympiateilnehmer

Oskar Deecke ist ehemaliger Hockey-Nationalspieler und arbeitet aktuell als Referent des Vorstands Marketing bei Fortuna Düsseldorf 1895 e.V.. Seine Leidenschaft für Sport begleitet ihn sein ganzes Leben. Der gebürtige Hamburger lernte im Alter von drei Jahren das Hockeyspielen im Club an der Alster, wählte Sport als Prüfungsfach im Abitur und ist Absolvent der Deutschen Sporthochschule Köln als Diplom-Sportwissenschaftler. Sport und Karriere wurden über die Jahre vereinbart.

Ab 2006 lief er für die Bundesligamannschaft des Crefelder Hockey und Tennis Clubs auf. Sein erstes Turnier als Spieler der Nationalmannschaft war die Weltmeisterschaft im Hallenhockey 2007 und er gewann seinen ersten Titel auf internationaler Bühne. Weitere Welt- und Europameisterschaften sowohl in der Halle als auch auf dem Feld sowie zwei olympische Teilnahmen (2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro) folgten. Am Ende standen drei Europameister-Titel und Vize-Europameister-Titel, zwei Weltmeister- und ein Vize-Weltmeister-Titel sowie eine olympische Gold- und eine Bronze-Medaille zu Buche. Seinen grössten Erfolg erreichte er bei den Olympischen Spielen 2012 in London, als er im Finale gegen die Niederlande die Goldmedaille gewann.

Nach den olympischen Spielen zog es ihn für ein «Gap-Year» nach Madrid. Er wechselte zum Club de Campo Madrid und spielte dort in der höchsten spanischen Liga. Während der Hallensaison nahm er an der vierwöchigen Hockey India League teil und spielte für die Delhi Waveriders. 2013 ging es für ihn wieder zurück in den Westen Deutschlands.

Im Zuge der Vorbereitung auf die olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro sammelte er ab 2014 erste berufliche Erfahrungen in der Kommunikationsabteilung von thyssenkrupp. Als Trainee lernte er zunächst die Grundlagen der Konzernkommunikation kennen und koordinierte ab 2016 als Manager Corporate Social Responsibility das soziale Engagement des Essener Konzerns. 2019 wechselte er von der thyssenkrupp AG in den Geschäftsbereich Steel Europe nach Duisburg und wurde dort Assistent des Vorstandssprechers.

2020 zog es ihn «zurück» in den Sport. Seit November 2020 ist er als Referent des Vorstands Marketing bei Fortuna Düsseldorf tätig. Seine Hauptaufgaben liegen in der Assistenz des Vorstandes sowie der strategischen und inhaltlichen Unterstützung der B2B- und B2C-Bereiche (Vermarktung, Ticketing, Mitgliederwesen und Merchandising).

Seine verschiedenen sportlichen und beruflichen Positionen und Stationen spiegeln seine Neugier und Interesse wider, über den Tellerrand hinauszublicken. Ebenso wichtig ist für den Mannschaftssportler das Arbeiten mit vielen Menschen und das gemeinsame Erreichen von Zielen.

Frage 1: Oskar, manch ein Sportler träumt davon, so viele internationale Titel wie du gewinnen zu können. Kannst du uns beschreiben, was in einem Sportler vorgeht, wenn er Olympiasieger wird?

Mit dem Schlusspfiff fällt erstmal eine unglaubliche Last ab. Es haben sich drei Wochen Anspannung und Druck gelöst, was im ersten Moment ein erleichterndes Gefühl war. Die Freude, der Stolz und die Realisierung des Erreichten kamen erst Tage später, begegnen aber einem heute noch, wenn man darauf angesprochen wird und/oder es dir gegenüber erwähnt wird (bspw. bei der Abschlussfeier des CAS Seminars 😉).

 

Frage 2: Im Feldhockey stehen die Olympischen Spiele über allem. Man trainiert vier Jahre um an einigen wenigen Tagen die Höchstleistung abzurufen. Wie bist du mit diesem Druck umgegangen?

Druck kann belasten, aber auch jemanden zu Höchstleistungen treiben. Der Druck war mir zum Glück in den entscheidenden Momenten wohlgesonnen und ich konnte gut damit umgehen. Ich habe mich gerne mit Mentalcoaches und/oder Sportpsychologen unterhalten und ausgetauscht, um zu lernen, welche Tools und Techniken man vor, während und nach dem Wettkampf bzw. in bestimmten Situationen anwenden kann. Zum anderen hilft das Team bzw. helfen deine Mannschaftskameraden dabei, den Druck auf mehrere Schultern zu verteilen. Ich habe deshalb höchsten Respekt vor Einzelsportlern, die dem Druck teilweise alleine ausgesetzt sind und den Wettkampf ohne direkte Unterstützung anderer meistern «müssen».

Frage 3: Hockey gilt im deutschsprachigen Raum als Randsportart. Ärgerst du dich, dass du dich bei-spielsweise im Fussball mit deinen Erfolgen allen finanziellen Sorgen entledigt und einen Bekanntheits-grad eines Bastian Schweinsteiger’s erreicht hättest?

Hockey war für mich immer eine intrinsische Motivation, keine materielle oder monetäre. Für mich standen immer die Erlebnisse, die Erfahrungen und die Menschen, die ich kennenlernen durfte, im Vordergrund. Diese Substanz ist unersetzbar, für die Zukunft enorm wertvoll und wird mich mein Leben lang begleiten. Der Vergleich zum Fussball ist für mich Konjunktiv, einer mit zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen und deshalb für mich nicht sinnvoll.

Frage 4: Sport und Karriere wurden bei dir über die Jahre vereinbart. Wie brachtest du alles unter einen Hut?

Aus meiner Sicht sind die gleichen Fähigkeiten gefragt, um im Sport erfolgreich zu sein. Als Sportler erlernt man die oft genannten «Soft Skills» auf spielerische Art und Weise, die für den maximalen Erfolg notwendig sind: Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Selbstdisziplin, Zeitmanagement, etc. Im Endeffekt habe ich die Fähigkeiten in dieser Zeit wie im Wettkampf nur abgerufen. Einer der wichtigsten Faktoren darf allerdings nicht fehlen: der Spass. Er bringt die nötige Lockerheit zur Entspannung. Und davon hatte ich eine Menge!

Frage 5: Du warst über fünf Jahre für thyssenkrupp tätig. Inwiefern war es für dich wichtig, auch ausserhalb der Sportbranche wertvolle Berufserfahrung zu sammeln?

Der Blick über den Tellerrand ist zur Weiterentwicklung unabdingbar. Jede Branche bietet so viele wichtige Erkenntnisse und positive Praxisbeispiele, die sich auf andere Branchen adaptieren lassen und sich sowie sein Geschäft nur besser machen können. Die Welt dreht und wandelt sich im hohen Tempo. Je breiter und weitgefasster die Erfahrung, desto flexibler und damit besser lässt sich auf die Geschwindigkeit und die damit einhergehenden Veränderungen reagieren.

Frage 6: Seit November 2020 bist du als Referent des Vorstands Marketing bei Fortuna Düsseldorf tätig. Wie kommt es, dass ein ehemaliger Hockeyspieler nun bei einem grossen deutschen Fussballverein arbeitet?

Die Zeit bei thyssenkrupp war wichtig und möchte ich nicht missen. Dort habe ich die Grundlagen der Kommunikation kennengelernt, einem der wichtigsten Bereiche einer Organisation. Aber meine Leidenschaft ist der Sport und mein Ziel ist es deshalb auch im Sport zu arbeiten. Der Plan nach thyssenkrupp sah ein Orientierungsjahr vor, in dem ich in verschiedenen Organisationen und Themenfeldern des Sports (Verein, Ligaverband, Unternehmen, Agentur, Sporttech) Erfahrung sammeln wollte. Fussball war dabei genauso in der Auswahl wie andere Sportarten. Es musste allerdings ein Fussballverein sein, weil Fussball nun mal die Mehrheit der Menschheit bewegt. Mein Interesse am «Ökosystem» Fussball war deshalb gross und Inhalte, Strukturen, Prozesse und Menschen in dem Bereich kennenzulernen unabdingbar. Am Ende meiner Hospitation wurde glücklicherweise meine heutige Position vakant. Wenn man so eine Chance erhält und unbedingt im Sport arbeiten möchte, überlegt man nicht lange.

Frage 7: Wie lauten die kurz- und mittelfristigen Ziele der Fortuna Düsseldorf?

Düsseldorf ist ein Standort mit viel Potenzial und die Fortuna ein traditionsreicher Verein mit einem wettbewerbsfähigen Kader. Wir wollen oben mitspielen, aufsteigen und uns in der Bundesliga etablieren.

Frage 8: Was kann der Fussball von anderen Sportarten wie bspw. Feldhockey noch lernen?

Feldhockey ist eine sehr komplexe und schnelle Sportart. Die Komplexität erfordert ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit und der ununterbrochene Spielfluss ein hohes Mass an Handlungsschnelligkeit – sowohl vom Trainerteam als auch von den Spielern. Meiner Meinung nach ist die Komplexität und insbesondere die Geschwindigkeit um einiges höher als im Fussball. Hier kann der Fussball an sich (Stichwort «Regeländerungen») aber auch das Spiel (Stichwort «schnelle Einwürfe/Freistösse») noch lernen.

Frage 9: Diese Woche schliessen bereits deine Nachfolger/innen mit dem CAS Sportmanagement der Universität St.Gallen ab. Welche Erinnerungen verbindest du mit der Weiterbildung?

Mit der Weiterbildung verbinde ich viel Positives. Meine Erwartungen wurden allesamt übertroffen. Die Inhalte der Module und der Erfahrungsaustausch mit meinen Mitabsolvent/innen waren bzw. sind für mich ein grosser Mehrwert. Der Kurs war über die Monate eine tolle Gemeinschaft und hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Frage 10: Wie sehen deine beruflichen Ziele für die nächsten Jahre aus?

Antwort: Das Ziel ist es weiter im Sportkontext zu arbeiten, das Netzwerk zu erweitern und Führungsverantwortung zu übernehmen.

Vielen Dank für das spannende Interview, lieber Oskar!

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