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Gaby Kellenberger


Alumni des Monats August 2022
Leiterin Sponsoring bei Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Die Arbeitswelt und der Sport haben sich 2007 erstmals gekreuzt, als Gaby Kellenberger für Arosa Tourismus tätig war und 2007 als Assistentin des Presseverantwortlichen für die FIS Snowboard WM arbeitete. Hier entstand die Begeisterung für das Schweizer Fernsehen, welches den Sport in höchster Qualität und mit vielen Emotionen den Zuschauerinnen und Zuschauern zu Hause näherbringt. Somit war der Weg von Arosa nach Oerlikon an den Leutschenbach zum Schweizer Radio und Fernsehen die logische nächste Etappe. Angefangen als Projektleiterin in der Sponsoringabteilung betreute Gaby Kellenberger diverse Sportprojekte wie die Olympischen Sommer- und Winterspiele, die Fussball WM und EM oder das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest.

Als Leiterin Sport Sponsoring verantwortete sie ab 2014 die strategische Weiterentwicklung des Sport-Sponsorings und konnte erste Erfahrungen in der personellen Führung sammeln. Seit 2 Jahren hat Gaby Kellenberger die Leitung für das gesamte Geschäftsfeld Sponsoring in den TV- und Radioprogrammen bei SRF übernommen und verantwortet seither zusammen mit dem Product Management und Verkauf dessen direkte Vermarktung.

Neben dem Sport sind dies fiktionale Produktionen wie «Wilder» und «Tschugger» oder Unterhaltungsformate wie «Happy Day». Sie ist Teil der kommerziellen Leitung von SRF und übernimmt verschiedene nationale Verantwortungen. Die Begeisterung für die Welt der Medien ist nach all den Jahren nicht gesunken und durch den stetigen Wandel der Zeit auch weiterhin eine tägliche Herausforderung.

Frage 1: Du bist nun schon seit über 10 Jahren beim SRF tätig. Wie kommt es, dass deine Begeisterung für die Welt der Medien immer noch ungebrochen ist?

Seit meinem Start vor über 10 Jahren hat sich die Welt der Medien sehr stark verändert. Nicht nur die Sehgewohnheiten der Zuschauerinnen und Zuschauer, auch die verschiedenen Distributionskanäle innerhalb von SRF entwickeln sich ständig weiter. Die stetige Zunahme von Konkurrenzangeboten beleben den Markt und zwingen uns in der Vermarktung agil und immer auf dem neusten Stand zu bleiben. Diese Aufgabe macht mir auch nach so vielen Jahren immer noch grossen Spass.

Frage 2: Welche Tätigkeit bringt deine Funktion als Leiterin Sponsoring beim SRF mit sich?

Attraktive Sponsoringangebote erarbeiten und am Markt platzieren, das ist unsere tägliche Arbeit. Als Schnittstelle zwischen dem Sponsoringverkauf von SRF und den internen Stellen versuche ich zusammen mit meinem Team die Nachfrage aus dem Markt aber auch Bedürfnisse seitens der Redaktionen möglichst für beide Seiten gewinnbringend umzusetzen. Dies immer unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen und der Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit.

Frage 3: Als Leiterin Sponsoring verantwortest und vermarktest du diverse Sportprojekte. Eine Besonderheit wird aber auch für dich die Fussball-Weltmeisterschaft im Winter in Katar sein …

Aus kommerzieller Sicht haben wir keinen Unterschied zu den vergangenen Weltmeisterschaften festgestellt, die Nachfrage war auch für die WM in Katar gross. Spannend wird sicher sein, wie sich die Verschiebung in den Winter auf die Zuschauer auswirkt. Programmlich berichtet SRF mit der notwendigen kritischen Distanz über die Fussball-WM.

Neben dem sportlichen Geschehen werden darum auch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen rund um das WM-Gastgeberland Katar beleuchtet. Persönlich freue ich mich auf hoffentlich viele spannende Spiele der Schweizer Nationalmannschaft.

Frage 4: Der Live-Fussball verschwindet ansonsten immer mehr in die Pay-TV-Welt. Inwiefern stellt das für das Schweizer Fernsehen eine Bedrohung dar?

Mit Ausnahme der Livespiele in der UEFA Champions League und der UEFA Europa League hat die SRG keine Fussballrechte verloren. Darum wird SRF sein umfassendes Fussballangebot wie z. B. EM/WM, Nationalteams, Super League oder Schweizer Cup in den nächsten Jahren aufrechterhalten können. Aus kommerzieller Sicht somit nach wie vor ein sehr grosses Paket, welches wir am Markt im Bereich Fussball neben dem weiteren breiten Sportangebot von SRF unseren Kunden anbieten können.

Frage 5: Neben dem Sport verantwortest du auch fiktionale Produktionen wie «Wilder» und «Tschugger» oder Unterhaltungsformate wie «Happy Day». Inwiefern passen diese Formate überhaupt in dein Aufgabengebiet?

Vor 2 Jahren habe ich zusammen mit meinen Kollegen aus der Leitung Product Management und Leitung Verkauf Sponsoring die Verantwortung für das gesamte Geschäftsfeld Sponsoring übernommen und somit neben dem Sport auch die weiteren Formate aus Unterhaltung, Kultur oder Information von SRF. Mein Aufgabengebiet ist dasselbe geblieben, obwohl die Vermarktung von Eigenproduktionen wie «Wilder» auch für mich am Anfang «Neuland» war.

Im Vergleich zum Sport, bei welchem die Rahmenbedingungen für die Vermarktung durch Veranstalter oder Verbände oftmals stark vorgegeben sind, sind fiktionale Formate mit Möglichkeiten wie Product Placements oder Content-Lizenzierungen doch etwas ganz anderes und eine spannende neue Herausforderung.

Frage 6: Du hast das CAS Sportmanagement im Juli 2019 abgeschlossen. Welche Erinnerungen verbindest du mit dem Studiengang?

Auch wenn es schon eine Weile her ist, erinnere ich mich sehr gerne an den Studiengang und empfehle ihn auch jederzeit weiter. Die Diversität der einzelnen Teilnehmer mit ihren unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen war für mich ein grosser Mehrwert und bleibt in bester Erinnerung. Einige begleiten mich bis heute in meinem Berufsalltag.

Frage 7: Der Lehrgang richtet sich u. a. an ehemalige und aktive Spitzensportler/innen. Wie war es für dich, mit bekannten Persönlichkeiten wie Mladen Petrić, Andy Egli oder dem ehemaligen deutschen Fussballnationalspieler Philipp Wollscheid zu studieren?

Selbstverständlich ist es spannend, solche Sportgrössen persönlich und in einem komplett neuen Umfeld kennenzulernen. Bereichernd und interessant ist aber vor allem die Einsicht, wie viele Parallelen der Spitzensport und Managementaufgaben in einem Unternehmen haben. Der Studiengang bietet somit für beide Seiten jeweils spannende Einblicke in die Welt des anderen.

Frage 8: Wo sehen wir Gaby in fünf bis zehn Jahren – immer noch in der Medienwelt?

So weit plane ich nicht, dafür leben wir in einer sich zu schnell wandelnden Zeit. Vielleicht auch wieder da wo alles begann, in Arosa.

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Gaby!

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